Dein Mindset in der Hundeerziehung

Mindset steht für Mentalität, Selbstbild, Einstellung, Überzeugung, Denkmuster und Haltung – sie bestimmen, wie eine Person Situationen einschätzt und auf sie reagiert.

Unsere Einstellung zu bestimmten Themen, wie wir denken, fühlen und handeln, ist geprägt von Erfahrungen, die wir gemacht haben. Dazu gehören positive Erfahrungen, die uns in bestimmten Bereichen ermutigen und bestärken, und ebenso negative Erfahrungen, die dazu führen können, dass wir uns einige Dinge nicht zutrauen. Bereits die Erfahrungen aus unserer Kindheit können uns für das ganze Leben prägen.

Vielleicht hat jemand in der Schule ein Referat vortragen sollen und angefangen zu stottern. Das löste bei Klassenkameraden Unmut und genervte Reaktionen aus. In der Konsequenz hat dies bei der Person dazu geführt, dass sie sich für einen schlechten Redner hält und fortan solche Gelegenheiten, das Wort zu ergreifen, meidet.

Wären die Erfahrungen hingegen anders verlaufen, hätte dies womöglich eine wesentlich selbstbewusstere Persönlichkeit hervorgebracht, die um ihre Fähigkeiten weiß und sie gezielt einsetzt. Ein Mindset arbeitet also vor dem Hintergrund unserer Prägungen wie ein Filter, der bestimmt, wie wir unsere Umgebung, aber vor allem unsere eigenen Möglichkeiten wahrnehmen.

Die Frage, die sich nun stellt: Ist die Person, die negative Erfahrungen gemacht hat, zwangsläufig ein schlechter Redner? Oder sind es nicht eher die Erinnerungen an die Situation, die dazu führen, dass man sich nicht erneut der Sticheleien der Zuhörer aussetzen möchte für den Fall, dass eine Rede wieder schwierig werden könnte?

Deine Denkweise hat auch in der Hundeerziehung eine wichtige Rolle und grossen Einfluss auf Deinen Hund.

Ich, früher ein total rational denkender Kopfmensch, hatte mir nie Gedanken gemacht über mein Mindset. Bis es vor einigen Jahren ein Schlüsselerlebnis gab. Ich hatte damals einen sehr ängstlichen Hund. Ein grosses Problem für ihn war, über eine kleine Metallbrücke zu gehen. Nur mit viel Geduld und Leckerlis konnte ich ihn darüberlocken. Eines Tages ging meine Tochter mit dem Hund spazieren. Wieder zu Hause angekommen, fragte ich sie, wo sie langlief. Sie erklärte mir den Weg, der auch über diese Brücke führte. Auf mein Nachfragen hin, wie sie dann über die Brücke gekommen sei, meinte sie, ich bin einfach da rüber gelaufen und der Hund sei ihr gefolgt. Wir gingen daraufhin wieder diese Strecke, sie führte den Hund und – tatsächlich – beide gingen zusammen ohne Probleme über diese Brücke!

Und das, weil meine Tochter sich einfach keine Gedanken darüber machte, für sie war es das Normalste dieser Welt!

Wie oft haben wir Situationen, wo wir negative Gedanken haben?

  • Oh Gott, da kommt ein Hund, gleich wird er wieder in die Leine springen
  • Das schaffen wir nie
  • Ich kann das nicht
  • Ich weiss nicht ob wir das schaffen

Und mit dieser negativen Denkweise kreiert man sich die Aussenwelt und dann wird es auch nicht klappen.

Also müssen wir an unserer Denkweise arbeiten. Für mich war das ein langer Prozess und ich hatte wirklich Mühe, mich mit mir selber auseinanderzusetzen.

Aber wenn wir es schaffen, positive Glaubenssätze zu verinnerlichen, wird uns das ein neues Leben eröffnen, im Beruf, in der Beziehung und auch im Zusammenleben mit unserem Hund und auch im Lösen von Problemen in Hundeerziehung.

Also heisst es ab jetzt:

  • Ich laufe entspannt an anderen Hunden vorbei
  • Ich kann das
  • Das klappt
  • Wir schaffen das

Natürlich ändert sich durch ein positives Mindset nicht alles, aber wenn man jede nicht so gut gelungene Situation nicht als Versagen sieht, sondern als Chance Dinge zu verändern, dann wird man von Tag zu Tag besser in dem was man tut. Problematik analysieren, herausfinden wie es nicht geht und einfach etwas Neues probieren bis man das gewünschte Ziel erreicht.

Denke in Lösungen – nicht in Problemen!

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